Lernen gelingt besser, wenn wir selbst darauf kommen.
Das E in unseren FELLOW-Prinzipien umfasst zwei Bereiche, die sich gegenseitig verstärken: ENTDECKENDes Lernen und EMOTIONALe Aktivierung. Beide sorgen dafür, dass Inhalte nicht nur besser verstanden, sondern auch behalten und angewendet werden.
Entdeckendes Lernen bedeutet, dass Teilnehmende Inhalte nicht passiv aufnehmen, sondern sich Inhalte selbst erschließen.
Diese Form des Lernens
- ermöglicht Aha-Momente,
- bricht Monotonie,
- aktiviert das Gehirn und
- stärkt die Selbstwirksamkeit („Ich komme selbst drauf.“).
Nimmt das nicht zu viel Zeit in Anspruch? – Nein. Es sei denn, es ist unstrukturiert oder zu komplex angelegt. Entdeckendes Lernen kann sogar Zeit sparen, wenn es richtig eingesetzt wird. Was wir brauchen ist eine gute Struktur, ausreichend Hinweise und eine klare Aufgabe. Dabei ist das aktive Denken der entscheidene Faktor, was gerade in Seminaren mit straffem Zeitplan entscheidend ist.
Emotionen unterstützen den Lernprozess zusätzlich, indem sie die Aufmerksamkeit und Motiviation erhöhen, eine positive Haltung zum Thema erzeugen und die Erinnerbarkeit verbessern. Wenn wir in unserem Kontext von Emotion sprechen, meinen wir keine Gefühlsausbrüche – selbst wenn es dem Einen oder der Anderen beim Gedanken an ein Klassen- oder Zustandsdiagramm warm ums Herz wird. Es geht vielmehr um die leisen, lernförderlichen Emotionen, die Lernbereitschaft fördern, wie etwa: Interesse, Freude, Neugier, Vertrauen und Selbstvertrauen.
Beispiel
Ein erneuter Einblick in unsere Seminarpraxis. Dieses Mal ein Beispiel für eine unserer interaktiven Folien aus dem CPRE-FL-Seminar, das zeigt, wie wir unsere Lernenden dabei unterstützen, sich Inhalte teilweise selbst zu erschließen, um so motiviert und nachhaltig zu lernen:

– Grundprinzip Validierung – Grundsätze der Validierung
Bild 1 (alle Grundsätze sind verdeckt)
@arc innovations GmbH


Worin besteht das Lernziel dieser Folie?
Die Teilnehmenden wissen, nach welchen Grundsätzen man Anforderungen validieren sollte.
Wie wird die Folie vom Unterrichtenden eingesetzt?
Den Lernenden wird die Folie mit der Frage „Wie ist zu validieren?“ (Bild 1) gezeigt, auf der im unteren Bereich fünf Icons zu sehen sind, welche dazu anregen, sich die versteckten Inhalte selbst zu erschließen. Sie können ihre Ideen mit der Gruppe teilen, oder für sich behalten. Was zählt ist die kognitive Aktivierung.
Nach und nach klickt der/die Trainer:in auf die Icons, um die Grundsätze aufzudecken (z.B. Symbol Vogel -> Bild von dem frühen Vogel, der den Wurm fängt -> Grundsatz: „so früh wie möglich“; Bild 2). Dabei erklärt der Unterrichtende die einzelnen Grundsätze nicht nur genauer, sondern erwähnt auch, was das jeweils gezeigte Bild mit dem Grundsatz zu tun hat. Denn ein Bild, das für einen Lernenden nicht direkt und offensichtlich zum Thema passt, erhöht die kognitive Belastung eher als sie zu reduzieren.
Am Ende werden alle Bilder und Grundsätze zusammengefasst dargestellt, um den Lerngewinn weiter zu erhöhen (Bild 3).
Inwiefern unterstützt die gewählte Methode das angestrebte Lernziel?
- Die Lernenden setzen sich mit der Fragestellung auseinander und nutzen die Symbole als Hinweise, um sich die Grundsätze zunächst selbst zu erschließen. Dadurch wird die kognitive Aktivierung erhöht und es entstehen Aha-Momente. Die Seminarleitung gibt dann zusätzlichen Input zu den einzelnen Grundsätzen.
- Durch das schrittweise Aufdecken der Inhalte werden die Lernenden geführt, ohne ihnen die Lösung direkt vorzugeben.
- Die Inhalte werden klar strukturiert und am Ende in einer Übersicht zusammengeführt, wodurch sie leichter eingeordnet und behalten werden können.
- Die visuellen Elemente wecken Interesse und Neugier und fördern damit die Aufmerksamkeit auch auf emotionaler Ebene. Die Kombination von Symbolen, Bildern und Inhalten unterstützt das Verstehen und spätere Wiedererinnern.
Wie erleben Sie das als Trainer:in in Ihren Seminaren bzw. als Teilnehmender in aktuellen oder vergangenen Seminaren?
Wir freuen uns auf regen Austausch.