ARTIKEL

L wie lebendig

Didaktik und Methodik
in unseren Seminaren
Katharina Alamanos

Ein lebendiges Seminar hat nichts mit Entertainment zu tun.

Das zweite L in FELLOW steht für LEBENDIG. Darunter verstehen wir nicht, bunte Animationen über die Folien tanzen zu lassen, die Teilnehmenden mit Energizern durch den Raum zu jagen oder ein Methodenfeuerwerk zu zünden, bei dem man jede halbe Stunde etwas Anderes macht. Vielmehr geht es uns darum, didaktisch durchdacht und methodisch abwechslungsreich zu arbeiten.

Warum ist uns das wichtig?

Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne eines erwachsenen Menschen hält bei einem reinen Vortrag im Schnitt nur 15-20 Minuten an. Studien zeigen, dass nach dieser Zeitspanne die Konzentration rapide absinkt.  Aus neurowissenschaftlicher Sicht braucht es dann einen Reizwechsel, um neu zu fokussieren. Bleibt dieser aus, wird der Lernstoff zwar weiterhin gehört, aber nicht mehr verarbeitet. Kurzum: Die Teilnehmenden verlieren nicht nur ihre Aufmerksamkeit, sondern auch ihre Motivation.

Ein lebendiges Seminar ist demnach so gestaltet, dass es das Gehirn immer wieder neu aktiviert. In unserem IREB-FL-Seminar gelingt uns dies u.a. mithilfe zweier wichtiger Elemente:

  1. Interaktion:
    Der Großteil unserer Folien ist interaktiv aufgebaut, wodurch die Lernenden eingeladen sind, zunächst selbst zu überlegen, bevor die Inhalte schrittweise aufgedeckt werden. Der Unterrichtende kann die Teilnehmenden dazu einladen, ihre Ideen zu kommunizieren. Es muss aber nicht sein, denn Interaktivität bedeutet nicht automatisch, dass immer gesprochen werden muss. Entscheidend sind das Mitdenken, Reflektieren und Einordnen.
  2. Abwechslung:
    Die abwechslungsreiche Gestaltung eines Seminars stellt tatsächlich einen Balanceakt dar, denn zwischen Dynamik und Unruhe verläuft ein schmaler Grat. Wir achten in unserem Seminar darauf, dosiert Vielfalt zu bieten, denn nur eine sinnvolle Einbettung der Methodenvielfalt in den Lernprozess unterstützt die Wirksamkeit des Lernens.

Auch wir entwickeln unser Seminar kontinuierlich weiter, denn in der Praxis zeigt sich immer wieder, dass es an manchen Stellen noch etwas mehr Aktivierung braucht, an anderen vielleicht etwas weniger. Eine lebendige Seminargestaltung ist kein statisches Konzept, sondern lebt vom Ausprobieren, Beobachten und Nachjustieren, und der bewussten Anpassung an die jeweilige Lernendengruppe.  

Was haben Sie mit Interaktion und Abwechslung in gehaltenen oder besuchten Seminaren erlebt?
Wann unterstützen sie den Lernprozess, und wann stören sie?

Wir freuen uns über Ihre Perspektiven:

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