Die erste wegweisende Entscheidung: „Wir bleiben nah am Standard.“
Das war der Plan, der ungefähr 3 Wochen Bestand hatte.
Am Anfang sagen es alle. Überzeugt, einstimmig und genau so wird es protokolliert.
„Wir passen uns dem Standard an!“
Doch dann kommen die Workshops.
Der erste Fachbereich meldet sich: „Das ist bei uns ein Sonderfall.“
Der zweite nickt: „Ja, stimmt. Bei uns auch.“
Der dritte ergänzt: „Regulatorisch geht das so leider nicht.“
Jede einzelne Anpassung klingt vernünftig, sachlich und alternativlos. Und genau deshalb wird sie genehmigt.
Was kaum jemand ausspricht: Mit jeder Ausnahme entfernt man sich ein Stück vom Standard. Nicht spürbar. Nicht dramatisch, aber unumkehrbar.
Nach ein paar Monaten heißt es dann: „So viel ist es ja gar nicht.“ „Das haben andere auch.“ „Ohne das können wir nicht live gehen.“
Was zu diesem Zeitpunkt bereits passiert ist: Aus Standardsoftware ist wieder ein Individualsystem geworden. Nur deutlich teurer und zudem mit Release-Abhängigkeit.
Die eigentliche Entscheidung wurde nie getroffen:
Was sind wir bereit, aufzugeben, um Standard zu bekommen?
Denn Standard bedeutet nicht: Alles abbilden.
Standard bedeutet: Priorisieren und Vereinfachen. Und in vollem Bewusstsein auch Nein zu sagen.
Das fällt schwer. Vor allem in Organisationen, die jahrelang jede Ausnahme erlaubt haben.
Ab diesem Punkt ist das Projekt offiziell noch grün. In Wahrheit aber nicht mehr steuerbar.
Wer kennt es und kann ähnliches berichten?
Lassen Sie uns einen regen Austausch starten, was Sie bereits erlebt haben, und wie Sie damit im Projekt umgegangen sind. Wir können bestimmt viel voneinander lernen, um es in Zukunft einfacher zu haben.
Es empfiehlt sich auch ein Blick in die Serie meines geschätzten Kollegen Jörg Rippchen hier bei uns im arcIVUM.